Verpflegung in Kitas


Mittagessen zu ungesund
Verpflegung in Kitas

Immer mehr Kinder essen in ihrer Kita zu Mittag. Was sie dort auf den Teller bekommen, entspricht allerdings nur in jeder dritten Kindertagesstätte dem anerkannten Qualitätsstandard. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung, die repräsentativ Qualität und Kosten des Mittagessens in Kitas untersucht hat.

Zu wenig Obst, zu viel Fleisch

„Gute Ernährung ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung und Bildung von Kindern. Hier kommt der Kita eine zentrale Rolle zu“, betont Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Doch gemessen am wissenschaftlich begründeten Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) schneidet die Mittagsverpflegung in den meisten deutschen Kitas schlecht ab: Nur zwölf Prozent der Kitas reichen den Kindern genügend Obst, lediglich 19 Prozent ausreichend häufig Salat oder Rohkost. Fisch steht ebenfalls zu selten auf dem Speiseplan: Diesen DGE-Standard erfüllen nur 30 Prozent der Kitas. Fleisch hingegen bieten drei Viertel der Kitas zu häufig an.

Oft fehlt die Ausstattung

Auch die Essenslieferanten sind noch zu wenig auf kindgerechte Verpflegung ausgerichtet: Deutschlandweit lassen zwei von drei Kitas das Mittagessen anliefern. Aber nur jeder zehnte Caterer, der eine Kita beliefert, bietet speziell an den Bedarf von Kindern ausgerichtete Mittagessen an.

Zudem sind die Kitas häufig nicht hinreichend für die Verpflegung ausgestattet: Die Küche vieler Kitas ähnelt der eines Privathaushalts. Nicht einmal jede dritte Kita verfügt über einen Speiseraum. Häufig essen die Kinder deshalb in ihrem Gruppenraum. Nur jede dritte Kita beschäftigt hauswirtschaftliches Fachpersonal. Dräger mahnt: „Wir brauchen bundesweit verbindliche Qualitätsstandards für die Kita-Verpflegung. Hierzu bedarf es eines Bundes-Kitagesetzes.

Experten fordern verbindliche Regeln zur Finanzierung

Die Finanzierung der hauswirtschaftlichen Personal-, Küchen- und Raumausstattung sowie der Betriebskosten und Lebensmittelkosten ist in den meisten Bundesländern nicht verbindlich geregelt. Deshalb unterscheidet sich das Essensgeld für die Mittagsverpflegung erheblich: Es reicht von 75 Cent bis zu sechs Euro pro Mahlzeit. Durchschnittlich zahlen Eltern den Kitas 2,40 Euro für ein Mittagessen ihrer Kinder. Doch eine gesunde und ausgewogene Mittagsverpflegung, die den DGE-Standard erfüllt, kostet der Studie zufolge mindestens 4 Euro. „Bund, Länder, Kommunen, Träger und Eltern müssen sich verbindlich über die Finanzierung einer ausgewogenen Mittagsmahlzeit verständigen, damit jedes Kind in der Kita gesund verpflegt werden kann“, fordert Dräger.

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