Komplementärmedizin bei Frauenleiden


Kompetenz für sich selbst stärken
Komplementärmedizin bei Frauenleiden

Ayurveda, pflanzliche Mittel, Yoga und Co. können schulmedizinische Konzepte sinnvoll ergänzen, indem sie Patientinnen helfen, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Darauf weist der Frauenarzt Dipl.-Med. Ulrich Freitag auf dem Fortbildungskongress der Frauenärztlichen Bundesakademie hin.

Ergänzen, nicht ersetzen

Patientinnen wenden vor allem natürliche Heilmethoden an, wenn die ärztliche Behandlung ihrer Beschwerden enttäuscht, berichtet Dr. Freitag. Die Folge ist: Beide Konzepte – Schulmedizin durch Ärztinnen und Ärzte und nicht-schulmedizinische Konzepte in der Selbsthandlung – kommen oft ohne Berührungspunkte nebeneinander zum Einsatz. „Das ist nicht sinnvoll", betont der Frauenarzt aus Wismar. Traditionelle Heilweisen seien keine Alternative zur Schulmedizin, sondern sollen diese Konzepte ergänzen. Die korrekte Bezeichnung laute deshalb nicht „Alternativmedizin" sondern „Komplementärmedizin", erläutert der Experte.

„Natürlich müssen Tumoren, Infektionen, hormonelle Störungen, Schmerzkrankheiten mit allen sinnvollen Mitteln der Schulmedizin behandelt werden, daran besteht gar kein Zweifel", bekräftigt Freitag. „Aber gerade bei länger anhaltenden Krankheiten und Beschwerden fragen unsere Patientinnen immer wieder, was sie zusätzlich noch selbst für sich tun können.“ Hier sieht der Experte ein bedeutendes Einsatzgebiet der Komplementärmedizin.

Beispiel: Krebs

Als wichtigstes Beispiel nennt der Frauenarzt Krebserkrankungen: Neben den schulmedizinischen Behandlungen gibt es eine Reihe weiterer unterstützender Maßnahmen, die für die einzelne Patientin sinnvoll sein können. Nebenwirkungen der Chemotherapie wie Übelkeit und Müdigkeit lassen sich unter Umständen mit Akupunktur verringern. Techniken wie Yoga, Tiefenentspannung oder eine Kunsttherapie unterstützen die krebskranke Frau darin, ihr Leben wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Frauenärzte sollten ihre Patientinnen im Einzelfall über entsprechende Konzepte informieren.

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