Individualisierte Diabetesbehandlung


DNA-Variante prägt Therapieerfolg
Individualisierte Diabetesbehandlung

Eine bestimmte DNA-Variante verschlechtert das Ansprechen auf die medikamentöse Behandlung bei Diabetes. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie einer europäischen Forschergruppe mit deutscher Beteiligung. Die Erkenntnis bietet neue Ansatzpunkte zur individualisierten Diabetesprävention und -behandlung.

Genvariante senkt Diabetesrisiko

Das Verdauungsenzym Chymotrypsin spaltet im Darm Eiweiße, die über die Nahrung in den Körper gelangen. Die kleineren Fragmente nimmt der Darm dann auf. Ältere Studien zeigten bereits, dass jeder Fünfte eine DNA-Variante trägt, die die Aktivität dieses Enzyms verstärkt. „Es war bereits bekannt, dass Menschen mit dieser Variante ein geringeres Risiko haben, Diabetes Typ 2 zu entwickeln“, erklärten die Wissenschaftler Dr. Leen ‘t Hart von der Universitätsklinik Leiden in den Niederlanden und Andreas Fritsche vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung und der Universität Tübingen. „Aber in unserer Studie konnten wir zeigen, warum das so ist.“ Denn die Wissenschaftler wiesen nach, dass gesunde Probanden mit dieser DNA-Variante nach einer Mahlzeit eine bis zu 40 Prozent höhere Insulinausschüttung hatten. Das hat den Effekt, dass die erhöhten Blutzuckerwerte nach einer Mahlzeit schnell zu Normalwerten zurückkehren.

Nachteil bei bestehendem Diabetes

Erkranken Patienten mit dieser DNA-Variante jedoch an Diabetes, gestaltet sich ihre Behandlung oft schwierig, Denn sie sprechen schlechter auf eine Behandlung mit Gliptinen an. Gliptine sind eine neue Klasse von Diabetesmedikamenten, die immer häufiger zur Behandlung eingesetzt werden. Die Studienergebnisse sprechen dafür, bei Menschen mit oben beschriebener Genvariante auf andere Medikamente auszuweichen. Das wird Gegenstand künftiger Studien sein, die das Ziel haben, eine individualisierte Diabetesbehandlung voranzutreiben, Dabei werden spezifische Therapiemethoden bei einzelnen Patienten nach deren genetischen Merkmalen ausgerichtet.

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