Eichenprozessionsspinner


Raupengift führt zu Hautausschlag
Eichenprozessionsspinner

Die feinen Härchen der Eichenprozessionsspinner rufen bei Menschen allergieähnliche Beschwerden hervor. Wodurch kommt das und was hilft gegen den Juckreiz und die Hautausschläge?

Eichenprozessionsspinner tragen Gift in den Härchen

Eichenprozessionsspinner, die Raupen des Nachtfalters, bauen im Mai und Juni ihre Nester in Laubbäumen, meist in Eichen. „Die Raupe des Eichenprozessionsspinners verfügt über unzählige Härchen, die bei Kontakt mit der Haut, den Augen oder den Atemwegen allergieähnliche Symptome wie juckenden Ausschlag, Bindehautentzündung und Atemwegsbeschwerden hervorrufen“, erläutert Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der BARMER GEK.

In den Härchen steckt das Nesselgift Thaumetopotein, das gesundheitsschädigend wirkt. Über kleine Widerhaken setzen sich die Härchen in der Haut fest und verteilen dort ihr Gift. Ein örtlich begrenzter Juckreiz und Hautausschlag sind die Folge, vor allem an den unbedeckten Hautpartien wie Hände, Arme, Beine oder Gesicht. In der Regel verschwinden die Beschwerden innerhalb von zwei Wochen von selbst, sobald kein Kontakt mehr zu den giftigen Härchen besteht. Das Problem: Die Härchen sind schwierig zu beseitigen und setzen sich oft über Monate in Sträuchern, Wiesen und Gärten fest, sodass der Kontakt ständig erneuert wird. Bis zu zehn Jahre behält das Gift der herumliegenden Härchen seine Wirkung.

Juckreiz mit Cortison behandelbar

Die Eichenprozessionssinner sammeln sich in nestartigen Gebilden aus Spinnfäden, Raupenkot und Häutungsresten. Die Nester können bis zu einem Meter breit werden und sitzen vor allem im Kronenbereich der Bäume. Dr. Petzold warnt zur Vorsicht: „Legen Sie auf keinen Fall selbst Hand an, um Nester oder Raupen zu entfernen. Vorhandene Nester müssen in Spezialkleidung fachmännisch entfernt werden.“ Die Expertin rät, die zuständige Stadtverwaltung oder das Gesundheitsamt über den genauen Fundort zu informieren und einen großen Bogen um befallene Bäume zu machen.

Kommt es dennoch zum Kontakt mit der Raupe oder ihren ausgefallenen Härchen, helfen cortisonhaltige Cremes oder Atemsprays die Beschwerden zu lindern. Leichte Cortisoncremes, etwa mit Hydrocortison, gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Darüber hinaus reduzieren kalte Kompressen den Juckreiz und mögliche Schwellungen. Bei  großflächigen Hautreaktionen oder starken Symptomen an den Augen oder der Atemwege sollten Betroffene sich an einen Arzt wenden.

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