Wenn Kinder traumatisiert sind


Reaktion auf schlimme Erlebnisse
Wenn Kinder traumatisiert sind

Kinder und Jugendliche entwickeln schnell eine Posttraumatische Belastungsstörung, wenn sie Dinge erleben, die sie zutiefst erschrecken. Die Symptome treten meist verzögert auf. Dies berichtet der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychosomatik e.V. (BKJPP).

Kranke Kinderseele

Wenn Kinder oder Jugendliche etwas erleben, was große Furcht oder Entsetzen in ihnen auslöst, kommt es häufig zu einer so genannten Posttraumatischen Belastungsstörung – kurz PTBS. Zu solchen schlimmen Erlebnissen zählen zum Beispiel körperliche und sexuelle Gewalt sowie schwere Krankheiten. „Zu den typischen PTBS-Symptomen bei Kindern und Jugendlichen, die verzögert wenige Wochen bis Monate nach dem Trauma erscheinen, gehört die emotionale Taubheit. Diese wird durch Entfremdungsgefühle, Emotionslosigkeit und einem verminderten Interesse an zuvor bedeutsamen Dingen deutlich“, berichtet Ingo Spitczok von dem BKJPP.

Betroffene Kinder sind oft übermäßig erregt, wachsam, reizbar, schreckhaft und aggressiv. Aber auch das Wiedererleben des traumatischen Geschehens im Schlaf oder im wachen Zustand ist typisch für eine PTBS.

Trauma-Symptome abhängig vom Alter

Wie Kinder oder Jugendliche auf ein Trauma reagieren hängt von ihrem Alter ab. „Traumatisierte Kinder im Alter von sieben und 14 Jahren versuchen meist Gedanken, Gefühle sowie das Reden über das Trauma zu vermeiden. In vielen Fällen sind sie auch unfähig, sich an alle Aspekte des traumatischen Ereignisses zu erinnern“, berichtet Spitczok. Jüngere Kinder zeigen ihr Trauma oft mit Zeichnungen oder ihrem Spielverhalten.

Therapie setzt beim Trauma an

Meist diagnostiziert ein Kinder- und Jugendpsychiater durch Gespräche mit dem betroffenen Kind eine Posttraumatische Belastungsstörung. Eine genaue Diagnose ist wichtig, um die richtige Therapie festzulegen. Bei sexuellem Missbrauch beispielsweise wählt der Therapeut einen traumafokussierten Therapieansatz. „Traumafokussiert bedeutet, dass die traumatische Erfahrungen des Kindes in den Mittelpunkt der Therapie gestellt und explizit angesprochen werden“, berichtet Spizzok.

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