Wenn Genuss Schmerzen verursacht


Süßes Nichtstun – saurer Magen?
Wenn Genuss Schmerzen verursacht

Ob Daheimgebliebene oder Fernreisende: Im Urlaub spannt man so richtig aus – mit viel Ruhe und gutem Essen. Doch wer zu Hause schon zu Sodbrennen neigt, sollte mit fremdem Essen aufpassen, rät Marianne Rudischer, Ernährungsmedizinerin bei der Barmer GEK.

Innerliches Brennen

Normalerweise trennt ein Schließmuskel Magen und Speiseröhre voneinander und wirkt wie ein Ventil, die Nahrung passieren lässt, aber den Rückfluss der Magensäure verhindert. Wenn der Magensaft trotzdem in die empfindliche Speiseröhre zurückfließt, spricht man von Sodbrennen: ein schmerzhaftes Gefühl hinter dem Brustbein bis zum Hals. Häufiges Sodbrennen führt in schlimmen Fällen zu Magengeschwüren. Manchmal steckt eine Speiseröhrenentzündung dahinter. Betroffene sollten die Ursache unbedingt vom Arzt abklären lassen.

Die Qual der Wahl am Buffet

Üppige Speisen lösen bei vielen Menschen Sodbrennen aus. Allerdings muss niemand auf sämtliche kulinarischen Highlights im Reiseland verzichten. Es reicht, einfach ein wenig auf die Auswahl zu achten.

Zugegeben, das Buffet sieht verlockend aus und man würde sich gern "durchprobieren". Doch gerade am Abend sollte man nicht zu fett essen. Verteilen Sie besser mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag. "Wenn der Magen zu voll ist, entsteht ein Druck auf den Schließmuskel der Speiseröhre, und Magensäure kann in die Speiseröhre gelangen", erklärt Rudischer." Außerdem begünstigen fette und scharfe Speisen Sodbrennen, weil sie die Produktion von Magensäure anregen. Wer empfindlich reagiert, sollte grüne Paprika, knoblauchhaltige Speisen, frisches Brot und Frittiertes meiden. Diese Lebensmittel sind schwer verdaulich, verbleiben lange im Magen und erhöhen den Druck auf den Schließmuskel der Speiseröhre. Weniger gefährlich sind Zucchini, Tomaten, Blattsalate oder Folienkartoffeln."

Süßes in Maßen erlaubt

Auch bei der Getränkeauswahl lässt sich vorbeugen: Verdünnte, säurearme Säfte wie Birnen- oder Bananensaft schmecken nach Urlaub und eignen sich besser als Orangensaft oder Wein, weil diese viel Säure enthalten. Wer zu Sodbrennen neigt, sollte keine kohlensäurehaltigen Getränken, sondern stilles Wasser trinken.

Als Alternative zu Zitrusfrüchten stehen oft säurearme Früchte wie Melonen, Bananen, Feigen oder exotische Früchte als Nachtisch zur Auswahl. Desserts wie Mousse au Chocolat oder Eis fördern die Produktion der Magensäure. Schleckermäuler, die auf Süßes nicht verzichten möchten, sollten sich hier auf kleine Mengen beschränken.

Nach dem Essen sollst Du ruh`n…

Auch wenn das Bett oder die Liege am Pool rufen: Warten Sie nach dem Essen noch etwa drei Stunden mit dem Relaxen. "In einer aufrechten Position, also im Sitzen oder Stehen, kann die Magensäure leichter in die Speiseröhre fließen", sagt Rudischer. "Wer nach dem Mittagessen aber nicht auf Faulenzen verzichten möchte, kann zumindest das Kopfteil der Liege etwas erhöhen, um den Rückfluss der Säure zu erschweren."

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