Juckreiz bei Nierenschwäche


Neues Medikament macht Hoffnung
Juckreiz bei Nierenschwäche
CGN089/Shutterstock.com

Ständiger Juckreiz hält Patient*innen mit chronischer Niereninsuffizienz auf Trab. Die Folge sind Schlafstörungen, Depressionen oder Angststörungen. Ein neues Medikament verspricht endlich Hilfe.  

Unterschätztes Symptom

Bei einer Niereninsuffizienz stellen die Nieren ihre Funktion nach und nach ein. In fortgeschrittenen Stadien entgleisen schließlich der Wasser- und Salzhaushalt und Giftstoffe reichern sich im Körper an. Dank moderner Therapien und der Blutwäsche – der Dialyse – können viele Patient*innen mit fortgeschrittener Niereninsuffizienz trotzdem ein normales Leben führen. Viele Patient*innen leiden allerdings unter chronischem Juckreiz. Das oft unterschätzte Symptom schränkt die Lebensqualität der Betroffenen stark ein. Auch Schlafstörungen, Depressionen und Angststörungen sind eine Folge des Juckreizes.

Kaum wirksame Therapien

Forscher*innen rätseln noch immer über die Ursachen des Juckreizes. Wahrscheinlich fördern gleich mehrere Faktoren das unangenehme Symptom, wie zum Beispiel Giftstoffe in der Haut oder Entzündungsprozesse im Körper. Außerdem wird ein Ungleichgewicht von Rezeptoren im Nervensystem für die Beschwerden verantwortlich gemacht. Das Problem: Bei schwerem Juckreiz gab es bisher kaum wirksame Therapien.

Endlich beschwerdefrei?

Seit April steht aber ein neuer Wirkstoff zur Verfügung: Difelikefalin oder auch Kapruvia©. Difelikefalin beeinflusst bestimmte Rezeptoren im Nervensystem und verhindert so, dass Juckreiz wahrgenommen wird. Angst vor einer Beeinflussung von Rezeptoren im Gehirn brauchen Betroffene jedoch nicht zu haben, denn wegen seiner chemischen Struktur kann das Medikament nicht dorthin gelangen. Es wirkt nur in den äußeren Bereichen des Nervensystems.
Für die optimale Wirkung muss das Medikament 3 mal pro Woche in die Vene injiziert werden. Deshalb bieten viele Ärzt*innen an, das Medikament direkt am Dialysetag in der Arztpraxis zu geben.

Quellen: Pharmazeutische Zeitung, Springer Medizin

News

Erkältungssäfte sicher anwenden
Erkältungssäfte sicher anwenden

Vergiftungsgefahr für Kleinkinder

Pseudoephedrin ist hilfreich bei Erkältungen, kann aber bei falscher Anwendung Vergiftungen verursachen. Eine Auswertung deutscher Giftinformationszentren zeigt: Besonders häufig betroffen sind Kinder unter sechs Jahren.   mehr

Lange Essenspausen bei Älteren
Lange Essenspausen bei Älteren

Gesund oder schädlich?

Intervallfasten gilt als gesund – doch für ältere Menschen könnte das anders aussehen. Eine schwedische Studie zeigt: Wer besonders lange Essenspausen machte, entwickelte über die Jahre schneller chronische Erkrankungen.   mehr

Tipps für die Tabletten-Einnahme
Tipps für die Tabletten-Einnahme

Kopf vor oder nach hinten?

Manche Menschen haben keine Probleme damit, Tabletten zu schlucken – für andere ist es eine Qual. Ein Experte gibt Tipps, wie es bei der Einnahme von Kapseln, Tabletten & Co. besser flutscht und wodurch die Arznei schneller wirkt.   mehr

Kopfschmerz-Typen besser erkennen
Frau mit Kopfschmerzen hält sich Nacken und Stirn.Von Kopfschmerzen gibt es verschiedene Typen.

Migräne, Spannung oder Hirnblutung?

Mehr als ein Drittel der erwachsenen Deutschen leidet mindestens einmal im Monat unter Kopfschmerzen. Doch häufig wissen Patient*innen nicht, welcher Kopfschmerz-Typ sie eigentlich plagt. Erfahren Sie das Wichtigste über 3 häufige Arten und wann Kopfschmerzen ein Alarmsignal sind.   mehr

"Alkoholfrei" nicht immer ohne Alkohol
"Alkoholfrei" nicht immer ohne Alkohol

Vorsicht in der Schwangerschaft

Jedes Jahr kommen tausende Kinder mit alkoholbedingten Schäden zur Welt. Dabei ist das vermeidbar. Was müssen Frauen wissen?   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Orlando-Apotheke
Inhaberin Anne-Sophie Tiemann-Göbel
Telefon 089/22 21 40
E-Mail orlando-apo@t-online.de