Kinder als Überträger der Grippe


Jährlich Impfung beugt Epidemien vor
Kinder als Überträger der Grippe

Mit Beginn der nasskalten Jahreszeit haben Grippeviren leichtes Spiel. Kinder gelten als Hauptüberträger der Influenza-Viren. Amerikanische Forscher sehen jedoch Möglichkeiten, Epidemien vorzubeugen.

Bei einer Grippe (Influenza) handelt es sich nicht um eine einfache Erkältung, sondern um eine ernst zu nehmende Erkrankung, die im schlimmsten Fall tödlich endet. Durch wissenschaftliche Studien ist bekannt, dass Kinder Hauptüberträger der Grippe sind, unabhängig vom Virustyp. „Kinder übertragen Grippeviren aufgrund ihrer Anfälligkeit und ihrer engen Kontakte mit anderen, wie Eltern, Geschwistern, Kindergarten- oder Schulkindern, auf viele Menschen. Sie scheiden das Grippevirus zudem länger als Erwachsene aus. Minderjährige weisen die höchste Infektionsrate auf und sind die wichtigsten Überträger der Viren auf chronisch Kranke und Abwehrschwache“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Kinder übertragen Influenza-A und -B-Viren

Dass bei Kindern eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht, wiesen amerikanische Forscher jetzt für zwei spezielle Grippe-Virustypen nach. Dafür werteten sie Daten der Grippeepidemien aus den Jahren 2009 bis 2014 aus. Das Ergebnis zeigt, dass Kinder sowohl Hauptüberträger der Influenza -A-Viren, als auch der Influenza-B-Viren sind. Influenza-A-Viren sind für Epidemien und Pandemien verantwortlich.

Forscher empfehlen Kindern jährliche Impfung

Die Forscher vermuten, dass eine jährliche Impfung der Kinder nicht nur diese Altersgruppe vor einer Grippe schützt, sondern auch andere Bevölkerungsgruppen. So könne Epidemien effektiv vorgebeugt werden. Experten empfehlen auch denjenigen Kindern eine Impfung, die für gewöhnlich eine Influenza-Infektion unbeschadet überstehen. Grund dafür sind schwere Verläufe mit Komplikationen, die generell nicht ausgeschlossen werden können.

Die Impfung gegen Influenza-Viren bezahlt die Kasse für Kinder und Jugendliche allerdings nur, wenn bei diesen eine Grunderkrankung vorliegt. Die Ständige Impfkommission (STIK) empfiehlt vor allem Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen eine jährliche Impfung. Dazu zählen unter anderem chronische Bronchitis, Stoffwechselstörungen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Niere sowie neurologische Behinderungen.

Experten raten zur Impfung mit nasalem Grippeimpfstoff

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) rät, die Impfung mit einem nasal applizierbaren Impfstoff durchzuführen. „Nicht nur für Kinder (von zwei) bis zu einschließlich 6 Jahren – wie sie jetzt von der STIKO empfohlen und von den Krankenkassen bezahlt wird –, sondern auch für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre mit chronischen Erkrankungen würden wir die Kostenübernahme der Impfung mit dem nasalen Grippeimpfstoff begrüßen. Diese Impfung erreicht sowohl direkt an den Eintrittspforten der Grippeviren, den Schleimhäuten, eine Abwehrreaktion als auch im gesamten Immunsystem“, erklärt Dr. Fegeler.

Weitere Informationen zur Grippe und Impfung finden Sie auf www.impfen-info.de

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